Grüne Isernhagen fordern Stilllegung der MVA in Lahe

  • Veröffentlicht am: 15. April 2005 - 10:58

In Übereinstimmung mit den politischen Vertretern von Isernhagen und Altwarmbüchen fordern die Grünen Isernhagen die Stilllegung der "Pannenmüllverbrennungsanlage Hannover-Lahe".

In einem Brief an die Betreiber werden diese aufgefordert im Interesse des Friedens mit den Anliegern und der Wiederherstellung eines Vertrauensverhältnisses die Anlage zu mindest bis zur abschließenden Gerichtsentscheidung von sich aus still zu legen.

Die Grünen begründen ihre Forderung mit dem Wortlaut einer kleinen Anfrage des hannoverschen Grünen- Abgeordneten Enno Hagenah im Niedersächsischen Landtag vom 12.04.05:

"Die neu errichtete Müllverbrennungsanlage in Hannover Lahe hat im Probebetrieb mehrfach erhebliche Störfälle mit starkem ungefiltertem Staubniederschlag auf die umliegenden Grundstücke und die dort lebende Bevölkerung verursacht. Das Ausmaß der schadstoffhaltigen Niederschläge ist nicht nur auf menschliches Versagen im Betrieb und bei der Weiterleitung der Zwischenfälle zurück zu führen, sondern es sind in Presseberichten auch fehlende technische Ausstattungen und offensichtliche Ausstattungsmängel bekannt geworden.

Unter anderem wurde die Betriebserlaubnis nicht befolgt, Messdaten nicht gelesen, das akustische Alarmsignal ausgeschaltet und der Störfall zunächst sogar geleugnet.

Die Anlagentechnik erlaubt den Weiterbetrieb trotz gravierender Fehlsteuerungen und obwohl der akustische Alarm ausgeschaltet ist.

Die Emissionsfernüberwachung war während des genehmigten Probebetriebes noch nicht funktionsfähig und ein Bypass um die Filteranlage wurde ohne zwingenden technischen Grund eingebaut und genehmigt.

Die durch die Pannenserie ausgelösten berechtigten Sorgen der Anlieger hinsichtlich der zukünftigen Sicherheit der Anlage erfordern eine umfassende Aufklärung über die Ursachen der Störfälle und deren vollständige Beseitigung.".

Abschließend fordern die Isernhagener Grünen die Mehrheitsfraktion (CDU) im Gemeinderat auf, ihren unnötigen und teuren "Zweifrontenkrieg" gegen die Mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage der Region aufzugeben und zu mindest das Informationsangebot der Abfallbeseitigungsgesellschaft aha wahrzunehmen. Im Anschluß an einen beeindruckenden Besichtigungstermin dieser Anlage äußerte ihr Sprecher Siegfried Lemke: "Die Bürger erwarten Klarheit welche Art der Abfallbehandlung von ihnen bevorzugt wird. Das St. Florians-Prinzip ("bei uns nicht") sollte auch für die Union nicht mehr zeitgemäß sein!"

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